Zwischen Fluch, Freiheit und Urvertrauen
Neulich saß ich wieder mal vorm Laptop, nach Wochen intensivem Posten auf Instagram, ohne dass sich irgendwas bewegt hat. Keine neuen Anfragen, kein Gefühl, dass ich verstanden werde. Nur die Frage, die immer wieder hochkommt: Warum tu ich mir das eigentlich an?
Diese Frage ist der Titel einer Blogparade von Céline Tüyeni, zu der ich hier meinen Beitrag schreibe. Sie ruft alle Selbstständigen dazu auf, ehrlich hinzuschauen, warum wir uns diesen Weg überhaupt ausgesucht haben und was uns trägt, wenn er gerade schwer ist. Genau das mache ich jetzt.
Selbstständigkeit ist für mich Fluch und Segen zugleich. Sie hat mich durch das befriedigende Gefühl meine Gabe in die Welt zu bringen, eine Coronakrise mit monatelang nur zwei regelmäßigen Kunden, das Entdecken und Ausleben neuer Fähigkeiten und unzählige Momente geführt, in denen ich alles hinschmeißen wollte. Und trotzdem würde ich die Freiheit, die sie mir gibt, nie wieder hergeben. Was mich hält, ist nicht Ehrgeiz „mein Ding“ durchzuziehen. Es ist Vertrauen darin, dass sich durch mich etwas entfalten will, das ich selbst durch das Tun erst erfahre.
Wie ich in die Selbstständigkeit reingerutscht bin
Ich kenne es eigentlich gar nicht anders. Nach meinem Ethnologiestudium habe ich acht Monate in einem Filmgeräteverleih gearbeitet, weil ich damals Dokumentarfilmerin werden wollte. Als ich diesen Plan aus verschiedenen Gründen wieder verabschiedet habe, war ich nie mehr klassisch angestellt.
Mein Vater hat sich zur Zeit meiner Geburt viel mit den germanischen Runen beschäftigt und für mich damals 3 intuitiv„gezogen“ und ein Gedicht aus deren Bedeutung gemacht.
Ein Teil des Gedichtes lautet: „ Die Reise des Lebens bewegt hierhin und dorthin, hinauf hinab, immer auf der Suche, der Sehnsucht folgend, die Freude des Herzens zu fühlen.“ Und genau das beschreibt mein bisheriges, eher unstetes Leben.
Meine „heilenden Hände“ haben mir den Weg gewiesen

Die Selbstständigkeit vor 16 Jahren als Massage- und Craniotherapeutin hat sich einfach so ergeben. Ich habe irgendwie heilende Hände und so war es gar keine Frage von Planung, sondern mehr von Fügung.
Angefangen mit „Osho Rebalancing“, einer eher prozessauslösenden Form der Körperarbeit mit Hintergründen in der Körperpsychotherapie, kam ich zur stillen Craniosacralen Arbeit, die mir mehr lag. Ich nannte meine Arbeit zunächst „meditative Körpertherapie“. Die ersten 2 Jahre war es trotz gefühlter göttlicher Fügung und meiner scheinbaren „Gabe“ erst mal schwierig gewesen über die Runden zu kommen. Aber das Leben hat immer dafür gesorgt, dass genug Arbeit da war. Ich habe zweimal Flyer designt und verteilt, ohne jeden Effekt. Irgendwann habe ich gelernt, dass die Menschen von selbst kommen, auf ganz unterschiedlichen Wegen.
Von den vielen Weiterbildungen, die ich im Laufe der Jahre gemacht habe, kamen die meisten nie zur Anwendung. Einfach, weil sie (von mir) nicht nachgefragt wurden. Manchmal hatte ich den Eindruck, ich hätte eigentlich gar nichts mehr dazu lernen müssen, als das was ich natürlicherweise schon konnte. Alles neu erlernte war offenbar nicht das, was ich tun sollte.
Was mich begeisterte, wollte ich weitergeben
Ein wenig anders war es mit dem Unterrichten von Kundaliniyoga mit anschließender Trancereise durch einen 80cm großen Gong, Die war eine Kombination, die mich selbst einige Jahre nach Beginn der Körperarbeit stark geprägt und irgendwann dazu verleitet hat, sie selbst geben zu lernen.
Doch auch hier habe ich das Gongspielen nicht während der Ausbildung gelernt, sondern danach, als es in dem Fall nachgefragt wurde, im Tun und intuitiven Ausprobieren und mich innerlich leiten lassen.
Der Preis eines unsteten Lebens
Inzwischen melden sich immer mal wieder meine Gelenke, die die Massagearbeit stark beansprucht hat. Und da ich eigentlich schon immer frei bleiben und mich nicht in einer Praxis mit hohen Fixkosten festsetzen wollte, bin ich all die Jahre viel mobil unterwegs gewesen. Da Berlin sehr groß ist, bedeuted das auch viel Stress.
Ich habe zwar immer mal einen Raum zur Verfügung gehabt für einzelne Tage in der Woche bzw. auch ein paar Jahre lang zuhause Kunden empfangen, aber letztlich hat es nicht geholfen ein stabiles Standing auch als Heilpraktikerin aufzubauen und richtig sesshaft zu werden. Weil ich ja immer lieber in die Wärme und in Richtung Meer wollte. Zumindest raus aus der Stadt
Corona half den Sprung aus der Stadt zu wagen

Ich hatte mich immer schwer getan, einfach auf´s Land zu ziehen, weil mir die Fahrerei nach Berlin rein noch stressiger vorkam, als ich es innerhalb der Stadt schon empfand, Dann kam Corona und ich hatte zunächst Berufsverbot. Das hat mit einer zufällig sich eröffnenden Gelegenheit dann dazu geführt, dass ich den Sprung wagte. Für die nach und nach bröckelhaft wieder kommenden Kunden ergab sich dann auch eine schöne Möglichkeit in Berlin zu übernachten. Es fühlte sich alles sehr „geführt“ an. Und ich war froh keine hohen Fixkosten einer Praxis an der Backe zu haben. Ich sollte dennoch nochmal einige Monate ein etwas nomadenhaftes Leben auch in Berlin führen bis ich einen neuen festen Wohnort auf dem Dorf bekam. Wo ich dann vier Jahre blieb. Diese Zeit hat mir gezeigt, wie sehr ich Grün, Ruhe und Wasser zum Baden in der Nähe brauche.
Nachdem irgendwann meine Kundschaft nach dem Corona-Rücksetzer wieder zunahm, wurde das ständige Pendeln in die Stadt (wie vorher erwartet) sehr anstrengend. Und wie das Leben es so wollte, landete ich wieder in meiner alten Wohnung in Berlin. Keine Dauerlösung. Daher stellte sich die Frage: Wie kann ich online Geld verdienen, ohne meine Berufung aufzugeben?
Wichtig war mir dabei immer, mich mit meiner Arbeit identifizieren zu können. Irgendeinen Job zu machen war nie eine Option. Meine Eltern haben mir bei der Wahl, was ich in meinem Leben machen möchte, immer freie Hand gelassen. Auch als ich mit 27 wegen eines Mannes und eines Ortes in die griechischen Berge gezogen bin und in einem tibetisch-buddhistischen Zentrum gelebt habe. Nach 1,5 jahren bin ich über diesen Umweg am Ende in Berlin gelandet, wo ich eigentlich schon mal während meines Studiums hinwollte.
Dort blieb ich dann elf Jahre. Dann kamen vier Jahre Dorf und jetzt bin ich wieder seit über einem Jahr in Berlin. Jeder Ort hat mir etwas beigebracht.
Was die Selbständigkeit für mich bedeutet
Selbstständig zu sein hieß für mich nie, viel Geld zu verdienen, aber immer genug, um mir das zu leisten was ich brauchte und was als nächstes wichtig war. Es heißt für mich bis heute v.a., mehr von dem zu tun, was ich mag, und freier über meine Zeit zu bestimmen. Wenn ich als Masseurin irgendwo angestellt wäre, zu üblichen Arbeitszeiten und üblichem Stundenlohn, wäre ich wahrscheinlich längst berufsunfähig oder ständig krank.
Ich bin dankbar, dass ich mir im Winter ein, zwei Monate freinehmen kann, wenn ich nach Sonne hungere. Und hin und wieder auch nochmal im Herbst, um den Sommer zu verlängern. Und auch, dass ich einfach freie Tage mitten in der Woche einbauen kann, ohne jemanden fragen zu müssen. Diese Freiheit würde ich nie wieder hergeben.
Allein dafür lohnt sich für mich die Selbstständigkeit.
Wie sich diese minimalistische Lebensweise mit der verändernden Lebensrealität stetig steigender Inflation halten kann, weiß ich noch nicht. Aber vielleicht auch deshalb drängt mein Herz nach weiteren Betätigungsfeldern, die mir erlauben, dem dann irgendwann einschränkenden Stadtleben wieder den Rücken zu kehren.
Die Momente, in denen ich alles hinschmeißen wollte
Wie auch zu Anfang der Körperarbeit geht es auch in dieser noch verhältnismäßig neuen Ausrichtung schleppend voran. Die Momente, in denen ich dachte, ich lass es einfach doch sein und bleib bei dem was funktioniert, gab es im letzten Jahr einige.
Fehlende Selbstwirksamkeit
Was ich immer wieder erlebt habe ist, dass ich es nicht wirklich in der Hand habe ob Kundschaft kommt oder nicht. Aber durch Mund zu Mund Propaganda hat sich ein schöner Kundenkreis über die Jahre gebildet. In der Online Arbeit ist alles schwieriger. Es gibt zuviel von Allem, v.a. jetzt 6 Jahre nachdem der Online Boom durch Corona so richtig fahrt aufgenommen hat. Sich hier in die Sichtbarkeit zu bringen ist mühsam. Und dann noch zu überzeugen neben 3 anderen, die ähnliches anbieten noch mühsamer. Vor allem, wenn man grad erst anfängt und noch keine 20 Jahre Erfahrung darin vorweisen kann, wie viele andere.
Diese Momente, in denen ich dachte, ich lass es jetzt einfach und bleib bei meinen Massagen kamen zum Beispiel, wenn nach drei, vier Monaten intensivem Posten auf Instagram einfach nichts passiert ist. Wenn ich das Gefühl hatte, um fünf Ecken denken zu müssen und dann noch die richtige Art zu finden, das rüberzubringen, was ich eigentlich sagen will.
Und immer wieder diese Erkenntnis: Tiefe und Selbstermächtigung sind gerade nicht gefragt. Gefragt ist leichte Kost, etwas zum Konsumieren. Wer will da wirklich echte Veränderung? Oder ich habe eben nicht das Zeug dazu, es ansprechend zu verpacken.

Authentisch oder gar nicht
Und auch hier wollte ich mich nicht verbiegen. Persönlich nutze ich diese Plattformen überhaupt nicht. Ich hätte, um den Dreh rauszubekommen, ein (weiteres) teures Coaching buchen müssen, das mir zeigt, wie man ansprechende Social-Media-Posts fabriziert. Obwohl ich daran gar kein Interesse habe.
Genau das will ich nicht. Ich bleibe lieber auf der Suche nach einer authentischeren Art. Und mit dem Vertrauen, dass alles zur richtigen Zeit kommt, stellen sich auch immer dann wieder Kunden ein, wenn ich innerlich losgelassen habe. Innerer Druck, den ich mir sowieso nur selbst mache, stört den Prozess und lässt mich auch nicht mehr das verkörpern, was ich eigentlich verkaufen möchte.
Was mich durch die schwierigste Zeit getragen hat
Meine schwierigste Phase seit Gründung kam nach Corona, als das körpernahe Arbeiten wieder erlaubt war und trotzdem die meisten Kunden weggeblieben sind. Über ein halbes Jahr hatte ich nur etwa zwei regelmäßige Kunden, die gerade so meine Krankenversicherung gedeckt haben.
Den Rest habe ich aus Ersparnissen bestritten. Weil ich damals viel Gemüse im Garten angebaut habe, hielten sich meine Essensausgaben in Grenzen. Getragen hat mich in dieser Zeit mein Vertrauen in das Leben. Immer wieder wurden mir einzelne Kunden zugespült, genau dann, wenn ich sie brauchte. Und ausgerechnet in dieser Phase habe ich im Kryptobereich etwas Geld verdient, sodass ich mir sogar einen dreiwöchigen Aufenthalt in Portugal leisten konnte.
Mein Vertrauen darin, dass immer genug da ist und reinkommt, um das zu bezahlen, was nötig ist und was meine Seele gerade braucht, hat mich durch diese Zeit gebracht.
Mal abgesehen von dem Extremfall Corona habe ich erlebt, wie meine Selbständigkeit sich nach den ersten sich aufbauenden Jahren oft fast wie ein Angestelltendasein angefühlt hat. Keine Unsicherheiten und ständiges neue Kunden suchen müssen. Natürlich fällt mal der ein oder andere aus, aber dann kommt meist jemand neues zwischendurch mit rein, so dass es sich wieder ausgleicht.
Diese Erfahrungen helfen mir auch jetzt in der Phase meiner Neuausrichtung dran zu bleiben und darauf zu vertrauen, dass die passenden Menschen, denen meine Art und meine Gaben helfen, schon zu mir finden. Wie es immer der Fall war.
Warum ich weitermache
Kurz beantwortet: weil ich nicht anders kann.
Die Dinge entfalten sich durch mich hindurch, und ich sehe, wie es den Menschen hilft, die bei mir landen. Ich bin der Überzeugung, dass jeder etwas in sich trägt was er/sie mit der Welt teilen möchte. Für die einen ist es im ganzen kleinen Kreis, für andere in einem mittleren und für wieder andere in ganz großem Stil. ich persönlich bin keine Rampensau und ich fühle mich vor allem in kleinerem bis mittlerem Kreis wohl.
Die letzten 16 Jahre, seitdem ich auf diesen Pfad der inneren Arbeit kam, war ich v.a. mit mir selbst beschäftigt, bin durch emotionale Höhen und Tiefen gesegelt. Dabei war ich immer wieder dankbar, dass ich diese Gabe der heilenden Hände habe, mit denen ich ganz ohne Worte auch in Phasen tiefster innerer Prozesse diese Arbeit machen konnte. So dass meine Kundschaft deshalb nicht weg blieb, wie bei mehr psychotherapeutisch oder schamanisch-energetisch arbeitenden Kollegen, bei denen Klienten erst dann wieder kamen, wenn sie erneut eine Phase der inneren Stabilität erreicht hatten.
Seitdem ich aber aus „dem Gröbsten“ raus bin und die innere Fülle immer spürbarer wird, entstand – wie wahrscheinlich bei jedem – der Drang, auch das weiterzugeben und anderen auf dem Weg zu helfen, die vielleicht noch da stecken wo ich selber mal war. Oder solchen, die wie ich viel aufgeräumt und dennoch bei der ein oder anderen Thematik blinde Flecken sitzen haben, für die es einfach immer ein gegenüber braucht.
So habe ich in den letzten 5 Jahren immer wieder Freunden und Bekannten energetische Heilsitzungen über die Entfernung und körperorientierte Coachingsessions mit energetischen Interventionen in Akutsituationen gegeben. Vor etwa 2 Jahren fing ich dann an, nach langen Jahren der stillen Körperbehandlungen, auch Klienten in den Hands-on Sessions immer häufiger mit Worten zu begleiten und emotionale Prozessarbeit miteinzubeziehen. Und dann kam der Schritt irgendwann, auch per Zoom oder Telefon Sitzungen mit Kunden/Klienten abzuhalten.
Mit jedem Klienten entdecke ich Fähigkeiten an mir, die ich nie so gelernt habe. Sie entstehen in der Zusammenarbeit, genau wie damals bei meiner Massage- und Cranioarbeit und bei meinen Gongtrancereisen. Das meiste wurde durch Ausbildungen nur angestoßen und hat sich dann durchs Tun und mit anderen austauschen entwickelt.
Außerdem dient es meiner eigenen persönlichen Entwicklung. Ich könnte die Körperarbeit natürlich weiter vertiefen und neue Ausbildungen dazu machen. Aber ich spüre, dass mein eigenes Wachstum inzwischen durch andere Techniken vorangeht, und ich möchte mit diesen Methoden arbeiten, die über die Arbeit Hands-on direkt am Körper hinausgehen. Am authentischsten bin ich dort, wo ich das vermittle, was mir selbst auf meinem Weg geholfen hat.
Der Weg ist das Ziel
Ich bin davon abgekommen nur das Ziel zu sehen. Das behalte ich natürlich im Blick. Aber ich habe gemerkt, solange verlässlich Geld reinkommt wie bisher dient mein neues „Spielfeld“ einfach dazu, meinen Seelenplan weiter zu verfolgen. Und hier geht es darum, hinter dem Ofen hervorzukommen und mich zu zeigen mit dem was ich bin und geben kann. Das ist meine persönliche Herausforderung und deshalb wundert es mich auch nicht, dass es nicht so leicht und einfach von selbst klappt wie vielleicht bei dem ein oder der anderen da draußen.
Der Kongress „Sicher in Dir“ als mein aktuelles Übungsfeld
Gerade organisiere ich einen Online-Kongress mit dem Titel „Sicher in dir, Entdecke Selbstwert und Urvertrauen als Schlüssel für innere Sicherheit.“ Ein Thema, das mir sehr am Herzen liegt, weil es meinen eigenen Weg beschreibt und genau das trifft, was meine momentane Zielgruppe beschäftigt.

Ursprünglich als „Marketing-Tool“ gedacht, wollte ich damit E-Mail-Adressen sammeln. Inzwischen geht es mir dabei um etwas anderes. Der Kongress ist zu einem persönlichen Entwicklungsprojekt geworden, fast wie ein Coaching für mich selbst, um mich zu trauen, Menschen aktiv anzusprechen. Es ist wie Kaltakquise, die ich noch nie gemacht und immer gehasst habe. Die Kunst dabei ist, Absagen nicht persönlich zu nehmen, und schon bin ich wieder mitten im Thema des Kongresses. So ist dieser Kongress zu einem Realitätscheck geworden, wo ich bei diesen Themen selbst gerade stehe, wenn im Außen nicht gleich viel Zuspruch kommt.
Nachdem ich auch dort den Druck rausgelassen habe, strömten die Zusagen nur so rein und schon 6 Wochen vor Kongresstart hatte ich mehr als die notwendige Anzahl an Zusagen.
Ab da ging es um die nächste Herausforderung: die Gelegenheit, Fähigkeiten wieder zu integrieren, die lange brachlagen. Für die Magisterarbeit meines Ethnologiestudiums habe ich vor zwanzig Jahren sechs Monate lang Feldforschung in Andalusien zum Thema Flamenco als Lebensform durchgeführt, dazu ein paar kleine Dokumentarfilmprojekte. Das hatte mit meiner heutigen Arbeit nichts mehr zu tun. Bis jetzt, da ich wieder lerne interessante Interviews zu führen. Diesmal vor der Kamera. Ein weiterer innerer Stretch, wenn ich nicht wie für Instagram 30 sec Reels 5x üben kann, sondern die Ansprache in einem Guss klappen muss.
Ein großes Übungsfeld ist es dabei auch, mich neben all den Experten, die ich da interviewe, nicht klein und unbedeutend zu fühlen.
Und nicht zuletzt geht es mir im Leben ja auch immer darum, sobald ich mich selbst soweit innerlich beinander habe, zu sehen was ich der Welt zu geben habe. Das fällt in meinem Fall sehr unterschiedlich aus. Da für mich das Thema mich sicher in und mit mir selbst zu fühlen sehr zentral war, ist es auch das, worin ich nun andere unterstützen möchte. Von einigen Kongress-Sprechern kam die Rückmeldung, wie schön, dass ich diesem Thema Raum gebe, denn es sei ja so wichtig. Und wenn ich mich in der Welt so umschaue würde ich sagen, wenn wir uns alle in uns selbst sicher fühlen und nicht letztlich aus Angst uns immer weiter von uns selbst entfernen würden, hätten wir eine harmonischere Welt und weniger Stress etc.
Ich sehe diesen Kongress daher auch einfach als Geschenk für diejenigen, die sich eine Änderung in ihrem Leben wünschen weg von der starken Orientierung am Außen hin zu einer Orientierung im Inneren. Das Spektrum der interviewten Menschen ist sehr breit gefasst, so dass jeder etwas für sich herausziehen kann und nach dem Resonanzprinzip den oder diejenige findet, mit dem oder der diese innerer Heilung stattfinden kann.
Der Link zur Anmeldung folgt sobald die Kongress-Plattform steht.
Eine Frage, die auch Dir helfen kann
Wenn Du gerade an einem ähnlichen Punkt stehst, würde ich an Deiner Stelle eine ruhige halbe Stunde nehmen und einen inneren Dialog anregen, zwischen Deinem Alltags-Ich und Deinem höheren Selbst. Finde heraus, ob der Weg, den Du eingeschlagen hast, eine fixe Idee war oder ob wirklich Herzblut drinsteckt.
Wenn noch nicht ganz klar ist, was die Essenz Deiner Botschaft an die Welt ist, kannst Du auch hier um Klärung bitten. Manchmal kommt die Einsicht sofort, manchmal braucht sie ein paar Tage oder Wochen. Der Same ist trotzdem gelegt, und Dein Bewusstsein entscheidet, wann die Antwort kommt. Meine Erfahrung ist: Was wirklich in die Welt kommen soll, findet früher oder später seinen Weg. Manchmal muss man allerdings vorher innerlich ein paar Dinge zurechtrücken, damit der Weg frei wird.
Und manchmal ist es an der Zeit Dinge gehen zu lassen, die nicht mehr dran sind.
Fazit: Was mir wirklich den Druck genommen hat

Der wichtigste Moment auf meinem Weg war der, als ich meinen Wert als Mensch nicht mehr von meiner Leistung, meinem Beziehungsstatus oder meinem Aussehen abhängig gemacht habe. Das nimmt den inneren Druck raus. Wenn ich nicht so erfolgreich bin wie andere in meiner Branche und eher kleine Brötchen backe, macht mich das nicht zu einem weniger wertvollen Menschen.
Sich das klarzumachen, entspannt sehr. Danach kannst Du frei entscheiden, wie viel Energie Du in Dein Projekt stecken willst. Meistens läuft es danach sogar leichter und besser.
Warum tu ich mir das also an? Weil ich meinem Herzen folge, auch wenn ich vorher selten genau weiß, wohin es mich führt. Weil ich Menschen helfen kann, auf eine Art, die ich mir vor zwanzig Jahren nicht hätte träumen lassen. Und weil der Preis, den diese Entscheidung gekostet hat, es bisher immer wert war.
Wie ist das bei dir – egal ob selbständig oder angestellt: Warum tust du was du tust?
Schreib gern Deine Gedanken dazu in die Kommentare.
Und wenn Du magst, schau bei der Blogparade von Céline vorbei und lies, wie andere Selbstständige diese Frage für sich beantworten.
Alles Liebe,
Tamara
